Winner des German Design Award

Hafen Offenbach


Wir freuen uns sehr, für unsere Gestaltungskompetenz mit dem  German Design Award 2018 ausgezeichnet zu werden. In der Kategorie Urban Space and Infrastructure, erhalten wir den Preis „Winner“.
Das eingereichte Projekt, mit dem wir die Jury von unserer Designkompetenz überzeugen konnten, ist der Hafen Offenbach. In enger Zusammenarbeit mit unserer Auftraggeberin Mainviertel Offenbach GmbH & Co. KG setzten und setzen wir Ideen und Gestaltungskonzepte in gebaute Realität um. Es entsteht ein lebenswertes Stadtquartier am Wasser, das eine kontrastreiche Verbindung zwischen zeitgenössischer Nutzung und dem identitätsstiftenden, rauen Charme der industriellen Vergangenheit des Ortes schafft.

   
© Alex Habermehl   © Alex Habermehl   © Alex Habermehl


Der 2012 initiierte German Design Award ist der internationale Premiumpreis des Rates für Formgebung. Sein Ziel: einzigartige Gestaltungstrends zu entdecken, zu präsentieren und auszuzeichnen. Jährlich werden daher hochkarätige Einreichungen aus einem breiten Spektrum der internationalen Designlandschaft prämiert, die alle auf ihre Art wegweisend sind. Der Wettbewerb stellt höchste Ansprüche an die Ermittlung seiner Preisträger: Durch das einzigartige Nominierungsverfahren werden nur solche Projekte zur Teilnahme eingeladen, die nachweislich durch ihre gestalterische Qualität herausragen.
 
Welche Rolle spielt eine hochwertige Gestaltung, um lebendige Städte zu entwickeln und wie gehen wir damit um?
Wir sehen hochwertige Gestaltung nicht als Selbstzweck, aber als wesentliche Basis der Qualität jedes einzelnen Projektes an. Unsere innovative Herangehensweise basiert auf der Vernetzung von städtischer Infrastruktur mit der sichtbaren städtebaulichen Gestaltung. Wir kombinieren Design und Ingenieurskunst und setzen unsere Fähigkeiten in der Landschaftsarchitektur, der Stadtplanung, Stadthydrologie und der Umwelttechnik ein, um einzigartige öffentliche Räume zu kreieren, in denen Wassermanagement technisch perfekt und ästhetisch anspruchsvoll integriert ist. Technik wird ein transparenter, sichtbarer und erfahrbarer Teil unserer Umwelt.
Dadurch werden Freiräume intensiver erlebbar und erfahrbar. Naturprozesse werden integriert und schaffen dynamische Veränderungen, ebenso wie es Raum und Zeit geben muss für das Erleben von sozialen und kulturellen Aspekten öffentlicher Begegnungsräume.

   
© Mainviertel Offenbach GmbH & Co. KG   © Ramboll Studio Dreiseitl   © Mainviertel Offenbach GmbH & Co. KG

Auch am Hafen Offenbach haben wir den lokalen Kontext aufmerksam beobachtet. Gerhard Hauber, Geschäftsführender Partner und Projektverantwortlicher seitens Ramboll Studio Dreiseitl, erzählt von seiner ersten Geländebegehung der ehemaligen Industriebrache im Jahr 2007: „Mit einem kleinen Team, Skizzenrollen und viel Neugier waren wir drei Tage vor Ort, um die Atmosphäre des Ortes aufzunehmen und das Konzept zu entwickeln. Je länger wir den Charme der rauen Vergangenheit spürten, desto begeisterter waren wir von diesem Ort mit seinen einzigartigen Möglichkeiten und seiner Wasserlage.“
Städtebaulich ist der Bezug zum Wasser in dem heute baulich weit fortgeschrittenen, nachhaltigen Stadtquartier sehr präsent. Der Hafenplatz öffnet sich durch die großzügige Hafentreppe zum Hafenbecken auf der einen Seite und zieht sich über beide Zufahrtsstraßen zur Halbinsel bis fast zum Main. Durch zwei Sichtachsenparks und den spektakulären Dünenpark an der Inselspitze wird der Bezug zum Wasser überall ins Zentrum gerückt. Alle Wasserkanten sind öffentlich zugänglich, am neuen Park in den Dünen wird sogar die Ufermauer aufgebrochen und ein Stück natürliches Ufer gebaut werden.
Die Hafenvergangenheit ist über viele Details in die Neugestaltung des Stadtquartiers eingeflossen. Die Wahl rauer, robuster und langlebiger Materialien - wie vorhandenes Natursteinpflaster für die Ufermauern oder einfache Stahlträger als Leuchten - und natürlich der Erhalt des alten Krans als Industriedenkmal spielen dabei eine wichtige Rolle.
Die Platzierung, Anzahl und Qualität der Freiräume und vor allem der öffentlichen Freiräume waren von Anfang an Teil der Strategie, ein Stadtquartier für alle zu entwickeln. Durch unterschiedlichste Raumqualitäten und Nutzungsangebote wird zum Verweilen, zum Entspannen, zum Kommunizieren  oder auch zum Spielen eingeladen. Die Strategie der für die Entwicklung und Vermarktung des Hafens zuständigen OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft, dem Schwesterunternehmen der Mainviertel aus der Stadtwerke-Gruppe, die vielen Zwischenzustände für alle möglichen Arten der Zwischennutzung (Kunstprojekte, Urban Gardening, Events, etc.) zur Verfügung zu stellen, macht sich schon lange in der hohen Akzeptanz und dem positiven Image des Quartiers bezahlt.
 
Zusammen mit der OPG arbeiten wir an der Realisierung unserer gemeinsamen Vision eines lebenswerten Stadtquartiers am Hafen Offenbach und sehen mehr und mehr wie die Gestaltungskonzepte auch in der gebauten Realität funktionieren. Gerhard Hauber berichtet: „Gerade letzte Woche hatte ich wieder einen Termin am Hafen Offenbach und es ist toll zu sehen, wie das Projekt von der Idee bis in den Bau höchste Qualität erzielt. Die Details sind von den Belägen, über das Wasserspiel, bis zur Pflanzung sorgsam ausgewählt und ausgeführt.“
Dass dieses Projekt speziell im Hinblick auf die gestalterische Qualität nun durch den Rat für Formgebung Anerkennung bekommt, freut auch Daniela Matha, Geschäftsführerin der Mainviertel und der OPG: „Unsere Entwicklungspartner werden für ihre hervorragende Freiraumplanung im Hafen Offenbach mit dem German Design Award ausgezeichnet“, beglückwünscht sie das Ramboll Studio Dreiseitl.

   
© Heidenreich       © Ramboll Studio Dreiseitl